Problemfall „Eisfüße“: Parkettheizung hilft

,,Parkett auf einer Fußbodenheizung zu verlegen, ist kein Problem. Man sollte nur darauf achten, dass der Boden die richtigen Eigenschaften mitbringt", rät der Vorsitzende des Verbandes der deutschen Parkettindustrie, Ralph Plessmann. Holz ist ein Naturmaterial, das die Wärme zwar gut speichert aber auf Schwankungen von Temperatur und Luftfeuchte unterschiedlich reagiert. „Neben der richtigen Wahl der Holzsorte ist deshalb auch die Dicke der Parkettelemente entscheidend für die Wirksamkeit einer Fußbodenheizung", erklärt Plessmann. Auch das Muster des Parketts und die Behandlung der Holzoberfläche kann das Erscheinungsbild der Parkettoberfläche auf einer Fußbodenheizung beeinflussen.

Wenn Massivparkett verlegt werden soll, ist das 8mm dicke Mosaikparkett besonders geeignet, und auch bei Mehrschicht-Parkett sollte man kleinformatige und kurze Elemente bevorzugen. Wer massives Parkett verlegen möchte, sollte sich für Holzarten entscheiden, die ein geringes Schwind- und Quellverhalten besitzen. Eiche, Nussbaum und einige tropische Hölzer verändern ihre Form bei Temperaturschwankungen kaum. Fugenbildungen während der Heizperiode können so weitgehend vermieden werden und der Boden bleibt optisch einwandfrei und länger haltbar. Bei Mehrschichtparkett spielt die Fugenbildung dagegen kaum eine Rolle. Für die Verlegung auf Fußbodenheizungen eignet sich besonders das so genannte Zweischichtparkett, das vollflächig verklebt, bei vergleichsweise dünner Holzschicht eine hohe Formstabilität gewährleistet.

„Das Parkett sollte möglichst in Mustern                                                    mit unterschiedlichen Ausrichtungen verlegt werden", so Plessmann. So sind Fischgrät-, Flecht- oder Würfelmuster idealer als das so genannte Schiffsbodenmuster. Sie ergeben beim Aufwärmen des Holzes den homogensten Gesamteindruck. Um die beste Wärmedurchlass zu erreichen empfiehlt es sich darüber hinaus die Parkettelemente vollflächig mit dem Untergrund verklebt wird. Die Verklebung sorgt zusätzlich dafür, dass die Wärme nicht in Hohlräumen zwischen Estrich und Parkett „hängen" bleibt. Auch ergeben sich so die besten Werte für Tritt- und Raumschall. Gleichzeitig muss das Holz atmen können: Versiegelte Oberflächen verschließen die Poren und halten die Wärme fest. Besser geeignet sind geölte Hölzer, die Heizwärme gut durchlassen.

Damit der Parkettboden nicht überhitzt, gibt es Richtwerte, an die man sich beim Heizen halten sollte: Im Allgemeinen sollte die Temperatur an der Estrichoberfläche  27 Grad nicht überschreiten. Das ergibt rechnerisch eine Holztemperatur von rund 23 bis 24 Grad und eine Raumtemperatur von angenehmen 20 Grad. Großflächige Teppichböden oder eine allzu üppige Möblierung in schwerem „Gelsenkirchener Barock" sind nicht empfehlenswert. „Das Zulegen oder Zustellen des Untergrundes verringert die Heizungsleistung und ist nicht gut für das Holz", sagt Ralph Plessmann. Wer diese Tipps bei der Planung berücksichtigt, hat dauerhaft Freude an schönem Parkett und einer behaglichen Fußbodenheizung.

Quelle: Verband der Deutschen Parkettindustrie e.V.

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